Wie ist das Fahrradklima in Bad Aibling?

ADFC Fahrradklima-Test 2024

Ende 2024 hat der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) wieder Fahrradfahrende in ganz Deutschland zur Fahrradfreundlichkeit ihrer Kommunen befragt. Bei diesem „Fahrradklimatest“ vergaben auch 59 Aiblinger Radler*innen Noten für die Bereiche Sicherheit, Komfort, Verkehrsklima, Infrastruktur und Stellenwert des Radfahrens in unserer Stadt.

Die Quintessenz: Es gibt noch ziemlich viel Luft nach oben.

Bad Aibling erreichte in der Kategorie der Kommunen unter 20.000 Einwohnern mit einer Gesamtnote von 3,99 („ausreichend“) Rang 278 von 423 und konnte sich damit im Vergleich zum letzten Test 2022 leider nicht verbessern. Die beste Note schaffte Bad Aibling mit 2,6 bezüglich der „Erreichbarkeit des Stadtzentrums“; immerhin jeweils eine 3,1 gab es für „Radfahren durch Alt und Jung“, „zügiges Radfahren“ und die Fahrradwegweisung. Richtig schlechte Noten (jeweils eine 4,9 – „mangelhaft“) bekommt die Stadt hingegen für die Kontrolle von Falschparkern auf Radwegen sowie die Fahrradförderung in jüngster Zeit.

Wie viele andere Kommunen hat auch Bad Aibling bei den Zusatzfragen zum Miteinander im Verkehr sogar noch ein Stück schlechter abgeschnitten als im Standardteil. Bei einer Durchschnittsnote von 4,28 (Rang 379 von 423) wurde hier vor allem bemängelt, dass Radfahrer*innen nicht mit ausreichendem Abstand überholt werden.

Auch, dass nicht für rücksichtsvolles Verhalten geworben wird, fällt sehr negativ auf. Positiver wurde hingegen bewertet, dass es selten Konfl ikte von Radfahrenden untereinander gibt. Damit bestätigt sich, was Menschen, die in Bad Aibling mit dem Fahrrad unterwegs sind, seit langem wissen: Es gibt in der Stadt einige tolle Radwegeverbindungen, auf denen man mit dem Fahrrad oft sogar deutlich schneller als mit dem Auto an sein Ziel kommt.

Andererseits ist das Radfahren insbesondere auf den Hauptverkehrsstraßen und zu Stoßzeiten anstrengend bis gefährlich – häufig aufgrund mangelnder (oder mangelhafter) Infrastruktur, aber auch, weil Radelnde besonders im fließenden Verkehr nicht wirklich ernst genommen werden.

Dass dies die entscheidenden Punkte sind, wird ebenfalls durch die Erhebungen des Klimatests bestätigt: Den Aiblinger Radlerinnen und Radlern sind ganz grundsätzlich das Sicherheitsgefühl sowie die Akzeptanz von Radfahrenden im Verkehr am wichtigsten.

Was tun?

Wir haben in Bad Aibling gute Voraussetzungen, auf denen wir aufbauen können, um einen dauerhaft attraktiven und sicheren Radverkehr zu erreichen. Möglichkeiten dafür wären:

• Die bestehende Infrastruktur pfl egen und aufrechterhalten. Ein Beispiel hierfür ist der seit mehreren Baustellen immer noch unterbrochene Fahrrad-Schutzstreifen in der Münchner Straße.

• Infrastruktur ausbauen und verbessern. Da es in der Aiblinger Verwaltung bisher keine Fahrradbeauftragten-Stelle gibt, sollte hierfür externe Expertise in Anspruch genommen werden – beispielsweise durch die Einbindung von Fachleuten des ADFC und / oder durch einen Beitritt zur Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V. (AGFK).

• Werbung für das Fahrradfahren und ein partnerschaftliches Miteinander aller Verkehrsteilnehmer:innen machen, z. B. in der Presse, mit Plakaten oder im Stadtjournal – auch außerhalb der STADTRADELN-Zeitraums.

Damit weiterhin Jung und Alt in unserer Stadt Fahrrad fahren und sich dabei wohl und sicher fühlen können!

Autorin: Katharina Dietel