Wetter beobachten in Aibling

Bad Aibling

Die Wetterdaten von heute sind die Vorhersage von morgen. Der Deutsche Wetterdienst verlässt sich bei Gewinnung und Über­tragung der endlosen Daten weit­gehend auf modernste Technik. Dazu kommt ein flächendecken­des Mess- und Beobachtungsnetz, das von ehrenamtlich engagierten Bürgern – häufig seit Jahrzehnten – betreut wird. Bundesweit zählen dazu 1.750, in Bayern ca. 400 Mess­stellen. Im Landkreis Rosenheim werden an 15 verschiedenen Stand­orten Daten wie z.B. Temperatur, Feuchte, Niederschlag, Schneehö­hen und/oder Windrichtung und -stärke erfasst.
Auch in Bad Aibling gibt es eine Sta­tion des Deutschen Wetterdienstes, die von einem Bürger ehrenamtlich betreut wird. Seit 1916 werden hier offizielle Wetterdaten gesammelt, wobei die genauen Standorte öf­ter wechselten. So wurden unter anderem auf dem Hofberg, in der Ghersburgstraße, der Milchhäusl­straße, der Bahnhofstraße und am Fliegerhorst Daten erhoben. Dazwischen gab es immer wieder einmal Zeiträume, in denen kein geeigneter Standort und ehren­amtlicher Betreuer zur Verfügung stand und die Messreihen unter­brochen wurden – so auch ab 2003. Erst zehn Jahre später wurde Herr D. Schmelzer, der zu diesem Zeit­punkt gerade in den Ruhestand ge­gangen war, durch eine Anzeige im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt auf diesen Missstand aufmerksam und meldete sich beim Deutschen Wetterdienst.


Standort Ellmosen

Der Standort in Ellmosen und die Betreuung durch Herrn Schmelzer, der schon immer sehr natur- und wetterverbunden war, erwiesen sich als optimal. Inzwischen sind über zwölf Jahre vergangen, in denen täglich, pünktlich um 7:50 Uhr während der Sommerzeit und um 06:50 Uhr im Winter der Nie­derschlag in Ellmosen gemessen wird – täglich bedeutet: auch an Geburtstagen, Weihnachten oder Neujahr, denn das Wetter kennt keinen Ruhetag. Im Winter kom­men noch die Messungen der Neu-und Gesamtschneedecke hinzu. Anschließend gibt Herr Schmelzer die Daten über Internet in eine Webanwendung ein, so dass sie zeitnah von der Bundesbehörde weiterverarbeitet werden können. Die in Ellmosen erfassten Daten werden für Wettervorhersagen oder Gutachten bei Wetterschäden genutzt.
Sie helfen aber auch, den Kli­mawandel genauer zu erfassen und dessen Folgen besser ein­schätzen zu können. Auch Herrn Schmelzer fiel durch die tägli­chen Messungen auf, dass eine Veränderung im Wetter stattfin­det – so bemerkte er z.B., dass der Vegetationsbeginn früher im Jahr stattfindet und es längere stabilere Wetterphasen gibt.

Iris Heinemann